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Gemeinde mit Weitsicht
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DOK-Film Neftenbach und seine Flüchtlinge

Weiterführende Informationen http://www.srf.ch/play/tv/dok/video/zum-beispiel-neftenbach---die-fluechtlinge-und-wir?id=3f341d64-cfdd-4ee8-bf86-6e81a615d542

Am 8. September finden sich rund 200 Menschen in der Mehrzweckhalle Auenrain ein und folgen damit der etwas ungewöhnlichen Einladung des Gemeinderats zu einem Film- und Diskussionsabend.

Es ist ein Public Viewing der anderen Art. Die muskelbepackten und ganzflächig tätowierten Fussballer fehlen auf der Leinwand ebenso wie der Torjubel im Publikum.
Sozialvorstand Urs Wuffli führt in das Thema des Abends ein und schon sitzen die Gäste im Dunkeln. Vorne auf der Leinwand irrlichtert und tönt das Gurgel-Kuss-Frosch-Intro und kündigt den DOK-Film "zum Beispiel Neftenbach, die Flüchtlinge und wir des Schweizer Fernsehens an. Die Filmemacherin Karin Bauer ist auch im Saal und später auf dem Podium. Im Film geht es um eine Gemeinde (zum Beispiel Neftenbach) und seine Flüchtlinge. So kommt es, dass an diesem Abend Menschen aus Neftenbach Menschen aus Neftenbach zuschauen. Es hat etwas vertrautes, im eigenen Fotoalbum zu blättern. Und es hat etwas irritierendes, sich durch die Brille der Filmemacherin Karin Bauer anzuschauen. Niemand erwartet, dass die medial allgegenwärtige Flüchtlingsgeschichte einem Krimi-Drehbuch entspringt. Umso verblüffender ist der Plot des DOK-Films von Karin Bauer. Durch das Band nüchtern wird die Geschichte von drei Asylsuchenden und ihrem betreuenden Umfeld erzählt. Virtuos spielt die Filmemacherin mit Gefühlen und Projektionen der Zuschauer. Wer stereotype Phrasen und die Bestätigung seiner Vorurteile erwartet, wird in seinem Kopf-Kino entweder bestätigt oder enttäuscht. Der Sozialvorstand im Film und auf dem Podium ist kein sandalentragender Gutmensch mit Nickelbrille und Wuschelkopf, sondern ein ehemaliger Fluglotse mit FDP-Parteibuch. Die kopftuchtragende Analphabetin aus Syrien sitzt tatsächlich wie eine Gluckere im Hallenbad und schaut stoisch ihrer Tochter beim Baden zu. Man ertappt sich dabei, die im Film gezeigte Mutter wegen ihrer festen Absicht, der bald dreizehnjährigen Tochter ein Kopftuch zu verpassen, unsympathisch zu finden. Was meint die denn? Die soll sich gefälligst anpassen! Das grosse Kreuz an der Halskette der Frau, die am Apéro nach der Podiumsdiskussion das Glas zum Mund führt, löst keine vergleichbare Reaktion aus. Das Podiumsgespräch im Anschluss an die Filmvorführung beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven der Wahrnehmung. Es fallen Sätze, die haften bleiben. Ein junger adretter Podiumsteilnehmer, einst mit der Familie als Flüchtling in der Schweiz gelandet und heute eingebürgerter Schweizer, meint in astreiner Mundart, dass neunzig Prozent der Integrationsbemühungen von den Flüchtlingen kommen müsse und zehn Prozent vom Umfeld am Zufluchtsort. Eine andere Podiumsteilnehmerin, Präsidentin einer kleinen Gemeinde, brachte die Sache mit der Integration stupend auf den Punkt, dass man schliesslich auch nicht studiert werde, sondern studiere.

Datum der Neuigkeit 27. Sept. 2016