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21.07.2018 14:18:24



vorhergehendes Ereignis

b) Feudalzeit

1200

Um 1200 traten die Freiherren von Wart die Herrschaft Neftenbach an. Dieses Adelsgeschlecht war schon früher, anno 1100, im Raume Kaiserstuhl aufgetaucht. Sein Auftritt in unserer Gegend war darauf zurückzuführen, dass es in den Besitz des Reichenauer Lehens gelangt war.

Schon in den Jahren vor 727 hatte der Glaubensbote Pirminius in der Gegend Spuren seiner Wirksamkeit hinterlassen. Als er darauf das Kloster Reichenau im Untersee gründete, schenkte ihm der Alamannenherzog Uatilo die fruchtbare Landschaft beidseits der Töss.

Die Freiherren von Wart schuldeten dem Kloster für dieses Herrenlehen Treue und Gefolgschaft. Dafür fiel ihnen die Siedlung Neftenbach mit Kirche, Fronhöfen, dem Kehlhof, der Mühle und landwirtschaftlichen Gütern zu. Für ihre Lehen verpflichteten sich die Bauern zu Grundzinsen in natura.

Im Jahre 1209 wirkte in einer Rechtssache Conrad, plebano de Neftimbach, als Zeuge mit. Er war also Leutpriester an der schon seit längerer Zeit bestehenden Kirche. Mit dieser urkundlichen Notiz taucht der Ortsname Neftenbach erstmals in der Geschichte auf. Er geht wohl auf eine althochdeutsche Ortsangabe «ze demo näftintin pach» mit der Bedeutung «bei dem schläfrig dahinfliessenden Bach» zurück, die sich dann zu Neftinbach verkürzt und verfestigt hatte.

Glanz und Elend spiegelt sich in den beiden bekanntesten Freiherren von Wart, den Brüdern Jakob und Rudolf. Der jüngere, Rudolf, beteiligte sich am Königsmord in Windisch anno 1308 und büsste dafür durch den Tod auf dem Rad. Jakob war ein gefragter Friedensstifter, vor allem aber ein gefeierter Poet. Die Lieder des Minnesängers wurden in die Manessische Handschrift aufgenommen.

Das Wappen der Freiherren von Wart, ein schräg gevierter Schild in Silber und Blau, wurde 1921 als Gemeindewappen gewählt.

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