Archiv oder Endlager?

28. November 2022
Darf es noch etwas mehr sein? Wenn es um Speicherplatz geht, kennen wir kaum Grenzen. Warum auch? Gerade Fotos sehen wir oft als unverzichtbare Erinnerungen, und die haben wir gern griffbereit, jederzeit. Sie liegen auf Speicherkarten, Festplatten – und in der Cloud, wo sie still und leise die Umwelt belasten.

Denken Sie beim Begriff «Müll» nur an Abfallsäcke? Längst häuft sich auch in der vermeintlich endlosen digitalen Welt Müll in Form von Fotos, E-Mails, Dokumenten oder Präsentationen an. Nur hapert es dort noch mit der Entsorgung.

Wie viel CO2 dabei die Ablage eines einzelnen Bildes oder der Versand einer Mail konkret verursacht, ist dabei gar nicht so relevant. Die Menge macht es aus. Gemäss eigenen Angaben sind allein auf Google Fotos 4 Billionen Bilder gespeichert. Das sind 1000 Milliarden – eine 1 mit 12 Nullen! Videos sind da noch gar nicht mitgerechnet. So praktisch die automatische Speicherung im digitalen Datenhimmel ist: Die Cloud ist keine magische Speicheroase. Unsere Daten liegen auf sehr realen, riesigen Serverfarmen und Rechenzentren, die mit viel Energie betrieben und gekühlt werden müssen. Und dabei klimaschädliches CO₂ ausstossen.

Es lohnt sich deshalb, regelmässig auszumisten. Ob Fotos, Videos, E-Mails, Dokumente oder andere Daten: Was nicht mehr gebraucht wird, benötigt auch keinen Speicherplatz. Wenn Sie sich beim Durchsehen nicht sicher sind, können Sie die Fotos einfach in einen separaten Ordner schieben. Und wenn Sie sich ein Jahr später nicht mehr an diesen Ordner erinnern, ist das ein klares Zeichen fürs Löschen. So wird die Cloud zum Archiv – und nicht zum digitalen Endlager.

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