Gekommen, um zu bleiben – das lange Leben der Kippen
Ein letzter Zug, ein kurzer Tritt – und der Rest der eben gerauchten Zigarette landet neben dem Trottoir, im Park oder schlimmer noch: im Sandkasten. Kaum der Rede wert? Nicht ganz, denn Kippen haben ein Nachspiel. Zigarettenstummel verschwinden nicht einfach. Werden sie nicht eingesammelt, wirken sie sehr lange weiter.
Zigarettenstummel sind ganz schön zäh. In einem einzigen Filter stecken über 7’000 chemische Substanzen, darunter Nikotin und Schwermetalle. Ein chemischer Cocktail, der nicht nur für Menschen ungesund ist, sondern auch Böden, Pflanzen, Tiere und Gewässer belastet. Bis zu 1’000 Liter Wasser kann ein einziger Stummel verunreinigen. Parallel dazu zerfällt der Filter langsam zu Mikroplastik.
Das Aufräumen ist teuer: Rund 52 Millionen Franken zahlen Gemeinden jedes Jahr dafür, die Überreste unzähliger Rauchpausen einzusammeln. Nicht nur auf Strassen und Plätzen, sondern auch zwischen Sandburgen und Rutschbahnen. Eine Analyse der Kampagne «stop2drop» zeigt, dass auf Schweizer Spielplätzen im Schnitt 91 Zigarettenstummel liegen.
Nur 3 von 170 untersuchten Spielplätzen waren komplett stummelfrei. Auf 13 Prozent der Plätze lagen die meisten Stummel sogar direkt neben den Spielgeräten. Das ist nicht ungefährlich für kleine Hände – wenn Kleinkinder ihre Umwelt erkunden, unterscheiden sie oft noch nicht zwischen Spielzeug und Abfall. Und wenn etwas in den Mund passt…
Um Vergiftungen vorzubeugen, gibt es durchaus Lösungsansätze. Etwa, das Rauchen vor oder nach dem Spielplatzbesuch einzuplanen. Oder den Stummel im Abfall zu entsorgen – und nicht in dessen unmittelbarer Nachbarschaft. Denn auch das hat «stop2drop» festgestellt: Auf über einem Viertel der Spielplätze lagen die meisten Kippen rund um den Abfallkübel. Wir sind also nah dran, die Absicht ist deutlich erkennbar. Es braucht nur noch ein klein wenig Disziplin.